Rund ums Lesen

Mein "Problem" mit dem Lesen

Wie in meinem letzten Post schon berichtet, habe ich es mit dem NaNoWriMo aus zeitlichen Gründen nicht geschafft. Doch diese Knappheit der Zeit spiegelt sich nicht nur in meinem Schreiben, sondern auch in meinem Lesen wieder. In den letzten zwei Monaten habe ich gefühlt nur ein Buch gelesen. Etliche angefangen, aber keins beendet.
Für mich stellt sich nun die Frage, ob es wirklich mit der Zeit zu tun hat, oder wohl doch eher damit, dass ich einfach keine Bücher mehr finde, welche mich umhauen. Ich sehne mich so sehr danach in einem Buch zu verschwinden, alles auszublenden und diesen Wunsch und Drang zum Lesen zu haben. Dieses Gefühl hatte ich seit langem nicht mehr.
Aber warum?
Früher (mit 18-22 Jahren) habe ich viele Jugendromane gelesen, eins nach dem anderen. Cover to Cover. Doch irgendwann hat es einfach aufgehört. Ich habe viele Bücher begonnen und abgebrochen, weil sie mir einfach nicht mehr gefallen haben. Dabei bezweifle ich, dass es an dem Genre lag, sondern vielmehr an der Umsetzung des Buches. Manchmal fühlt es sich so an, als ob sich viele Autoren einfach keine Mühe mehr geben. Die Ideen sind wundervoll, aber bei der Umsetzung scheitert es und nur durch clevere Vermarktung via Instagram oder YouTube kommt es zu einem regelrechten Boom. Jeder muss das Buch gelesen haben, jeder muss es toll finden.
Ein weiteres Phänomen welches mir aufgefallen ist, dass ich oft das Gefühl hatte, das Buch schon einmal gelesen zu haben. Es waren andere Charaktere, andere Welten, aber doch die gleiche Geschichte. Die Unkreativität der Autoren lässt grüßen. Ich kann es verstehen wenn es Überschneidungen gibt. Im Endeffekt basieren wir all unsere kreativen Arbeiten auf das, was wir von anderen gesehen oder gelesen haben. Aber diese Anhäufung von gleichartigen Büchern, trotz unterschiedlichen Anfangsbedingungen, geht mir echt gegen den Strich.
Ich habe es mit anderen Genres versucht. Jedoch werde ich wohl nie ein Fan von Krimis oder Thrillern werden. „Erwachsenen Literatur“ brachte einen kleinen Fortschritt. Jedoch fühlt es sich bei dieser immer so an, als müsste der Leser die ganze Welt kritisieren und immer in eine schreckliche Melancholie verfallen um mit diesen harten, traurigen und schweren Themen klar zukommen.
Mit diesem Post will ich nicht sagen, dass alle Bücher schrecklich sind. Im Gegenteil, ich habe zudem auch Bücher gelesen, welche mich von den Socken gehauen haben. Zum Beispiel habe ich mich dieses Jahr unsterblich in die Raven Boys Reihe von Maggie Stiefvater verliebt, obwohl ich das erste Buch vor zwei Jahren schon gelesen habe. Stiefvater kann ihre Welten einfach unglaublich gut aufbauen sowie Tiefe in ihren Charakteren schaffen. Die Kurzgeschichtensammling A Portable Shelter von Kirsty Logan ist mir bis heute im Kopf geblieben und wird wohl eines meiner Top 3 Bücher des Jahres sein.

 

Ich tue mich einfach schwer mit dem Lesen in letzter Zeit und kann nichts finden, was mich wirklich mitnimmt. Das macht mich unendlich traurig und ich hoffe, dass das bald besser wird. Vielleicht ist es mein Kopf, welcher einfach blockiert, aber vielleicht liegt es auch an dem heutigen Buchsortiment, welches vielmehr auf Kommerz als auf den kreativen Inhalt des Buches setzt.
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